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Informatik WP · Jahrgang 10 · Datenbanken mit SQL · B01 · Daten in Tabellen – die erste Abfrage

B01 · Daten in Tabellen – die erste Abfrage

◉ EinstiegPlenum

Ausschnitt aus dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts (Gebietsstand 31.12.2024)
agsname_amtlicheinwohnerflaeche_km2plz_verwaltungssitz
05911000Bochum, Stadt358676145,6644787
05913000Dortmund, Stadt603462280,7144135
05914000Hagen, Stadt der FernUniversität190384160,4558095
05915000Hamm, Stadt179968226,4359065
05916000Herne, Stadt15585151,4244623
Fünf Zeilen aus einer Liste, die alle Gemeinden in Deutschland enthält.

Wo ist Dortmund?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jedes Jahr ein Verzeichnis aller Gemeinden in Deutschland: Name, Einwohnerzahl, Fläche, Postleitzahl und mehr. In unserer Datenbank stehen daraus 10.957 Datensätze: 10.752 Gemeinden und 205 gemeindefreie Gebiete, zum Beispiel unbewohnte Forsten. Als Tabellenkalkulationsdatei hat das Verzeichnis über 16 000 Zeilen.

Leitfrage: Welche Gemeinden in Nordrhein-Westfalen haben mehr als 100 000 Einwohner – und welche ist die größte?

So arbeitest du in dieser Reihe – mit Datenanfragen: Jemand braucht eine Information. Eine Band plant eine Tour, ein Lieferdienst sein Liefergebiet, eine Zeitung prüft eine Behauptung. Du klärst die Frage mit dem Computer als Werkzeug: Du stellst einer Datenbank die passende Frage und gibst eine Antwort, die stimmt.

Dein Ziel heuteIch kann die Fachbegriffe einer Datenbanktabelle an echten Daten erklären und mit SELECT … FROM genau die Attribute anzeigen, die ich brauche.

Das hältst du fest: deinen Lösungsweg mit einer Tabellenkalkulation und was daran mühsam wäre.

Vergleichskriterien: Stimmen die wichtigen Punkte überein? Fehlt dir etwas, ergänze es in deiner Antwort.

▣ Nachholenalleinzusätzlich

Allein nachholen · So gehst du vor

Du warst bei Block 01 nicht da oder arbeitest ihn allein zu Hause durch. Diese Seite sagt dir, in welcher Reihenfolge du vorgehst und woran du merkst, dass du fertig bist. Alles, was im Unterricht gemeinsam besprochen wird, steht auch im Heft: Lies es und beantworte die Fragen schriftlich.

Was du brauchst

Einen Computer, ein Tablet oder ein Handy mit aktuellem Browser (Edge, Chrome, Firefox oder Safari). Für das Folienheft brauchst du kein Konto; zum Abgeben nutzt du dein IServ-Konto. Für Auftrag 2 nimmst du dein eigenes Handy oder denkst dir Kontakte aus.

Reihenfolge (etwa 75 bis 90 Minuten)

  1. Einstieg „Wo ist Dortmund?“ lesen, Antwortfeld ausfüllen (5 min).
  2. Wissen „Was ist eine relationale Datenbank?“ mit den Fragen zum Schlüssel (8 min).
  3. Wissen „Tabelle, Datensatz, Attribut“ und Auftrag 1 (15 min).
  4. Auftrag 2 allein mit deinem eigenen Handy (5 min).
  5. Auftrag 3: das SQL-Labor kennenlernen (8 min).
  6. Wissen „SELECT … FROM“ und die Aufträge 4 bis 6 (30 min).
  7. Exit ohne Hilfen, dann Arbeitsstand sichern und in der IServ-Aufgabe zu Block 01 abgeben (5 min).

So nutzt du die Hilfen

Erst selbst versuchen. Dann: Wissen nachschlagen → Glossar → Hilfe 1 → Hilfe 2 → nach deinem Prüfversuch die Lösung vergleichen. Eine Lösung abschreiben ist erlaubt, wenn du danach die nächste Aufgabe allein schaffst.

Fertig bist du, wenn …

  • die Fragen zum Zwei-Tabellen-Beispiel und alle sechs Zuordnungen in Auftrag 1 stimmen,
  • deine Begründung zum Primärschlüssel und die Kontaktaufgabe ausgefüllt sind,
  • die Abfragen in Auftrag 4 bis 6 geprüft sind und deine Beobachtungen dastehen,
  • die Exit-Abfrage bestanden und die Exit-Erklärung geschrieben ist,
  • dein Arbeitsstand gesichert und abgegeben ist.

Wenn es trotzdem nicht klappt

Schreibe im Exit in das Feld „Hier brauche ich noch Hilfe“, an welcher Stelle du hängst. Die Lehrkraft bzw. die Fachansprechperson liest das; du arbeitest im nächsten Block weiter. Block 02 beginnt mit einem Kurzcheck und einer Förderansicht genau zu diesen Inhalten.

▣ WissenPlenum

Wissen · Was ist eine relationale Datenbank?

Datenbank

Eine dauerhaft gespeicherte, geordnete Sammlung von Daten zu einem Thema – zum Beispiel alle Kurse und Lernenden einer Schule.

Datenbank­management­system (DBMS)

Ein Programm, das die Datenbank speichert, vor Fehlern schützt und Fragen beantwortet. Im SQL-Labor arbeitet das DBMS SQLite. Datenbank und DBMS zusammen heißen Datenbanksystem.

Relationale Datenbank

Die Daten stehen in Tabellen (Relationen). Mehrere Tabellen können über Schlüssel miteinander verbunden werden.

SQL

Die Sprache, mit der man einer relationalen Datenbank Fragen stellt. Fast alle relationalen DBMS verstehen sie.

Ein Mini-Beispiel: zwei Tabellen einer Schule (ausgedacht)

Tabelle schueler
nrvornamekurs
1AliBIO
2MiaINF
3BenINF
4LeaSPA
5TomINF
Tabelle kurs
kuerzelfachraum
BIOBiologieR 104
INFInformatikR 204
SPASpanischR 015

Hervorgehoben: der Schlüssel jeder Tabelle. Das Kürzel in der Spalte kurs verweist auf genau eine Zeile der Tabelle kurs.

Der ganze Text zum Nachlesen

Datenbanken stecken fast überall: Die Schulverwaltung speichert Lernende, Kurse und Noten. Ein Onlineshop speichert Kundschaft, Artikel und Bestellungen. Ein Musikstreamingdienst speichert Nutzerkonten, Songs und jede Wiedergabe. Eine Fahrplan-App fragt bei jeder Suche eine Datenbank ab.

Die meisten dieser Datenbanken sind relational: Die Daten stehen in Tabellen. Meist bekommt jede Art von Gegenstand eine eigene Tabelle – eine für Lernende, eine für Kurse –, und die Tabellen werden über Schlüssel verbunden. Im Beispiel steht bei Mia nur das Kürzel INF; Fach und Raum stehen ein einziges Mal in der Tabelle kurs.

Das hat einen Vorteil: Zieht der Informatikkurs in einen anderen Raum, ändert man genau einen Attributwert. Stünde der Raum bei jeder Person, müsste man ihn dreimal ändern – und vergisst man eine Stelle, widersprechen sich die Daten.

Achtung, Wortfalle: „Relation“ ist der Fachbegriff für eine Tabelle, nicht für die Verbindung zwischen zwei Tabellen.

Unser Gemeindeverzeichnis beginnt mit einer einzigen Tabelle. Auch das ist schon eine relationale Datenbank. Ab Block 05 kommen weitere Tabellen dazu, die über Schlüssel verbunden sind. Das DBMS SQLite verwaltet die Tabellen; mit SQL stellst du ihm Fragen.

Merksatz: Eine relationale Datenbank speichert Daten in Tabellen; mehrere Tabellen können über Schlüssel verbunden werden. Ein DBMS verwaltet sie, mit SQL fragt man sie ab. Datenbank + DBMS = Datenbanksystem.

Das hältst du fest: die Begriffe Datenbank, DBMS, Datenbanksystem, relationale Datenbank, SQL und den Vorteil der Verbindung über Schlüssel.

▣ WissenPlenum

Wissen · Tabelle, Datensatz, Attribut

Tabelle (Relation)

Eine Sammlung gleich aufgebauter Einträge. Unsere Tabelle heißt gemeinde.

Datensatz

Eine Zeile: alle Angaben zu genau einem Gebiet – meist einer Gemeinde.

Attribut

Eine Spalte mit Namen, zum Beispiel einwohner.

Attributwert

Ein einzelner Eintrag: der Wert eines Attributs in einem Datensatz.

Datentyp

Legt fest, welche Art Wert ein Attribut hat: INTEGER (ganze Zahl), REAL (Kommazahl), TEXT.

Primärschlüssel

Ein Attribut (oder eine Kombination von Attributen), dessen Wert jeden Datensatz eindeutig kennzeichnet und nie fehlt. Hier genügt ags, der amtliche Gemeindeschlüssel.

Markiert: der Datensatz von Dortmund (Zeile) und das Attribut einwohner (Spalte). Der Attributwert steht dort, wo sich beide kreuzen.
agsnamebundeslandeinwohnerflaeche_km2
05911000BochumNordrhein-Westfalen358676145,66
05913000DortmundNordrhein-Westfalen603462280,71
05914000HagenNordrhein-Westfalen190384160,45

Der ganze Text zum Nachlesen

Eine Datenbank speichert Daten in Tabellen. Jede Tabelle hat feste Attribute – bei uns zum Beispiel name, einwohner und flaeche_km2. Jeder Datensatz hat für jedes Attribut genau einen Attributwert. Fehlt ein Wert, steht dort NULL (kein Wert bekannt).

Die Tabelle heißt gemeinde, enthält aber auch gemeindefreie Gebiete wie unbewohnte Forsten. Welche Art ein Datensatz ist, steht im Attribut gebietsart. Wer später Gemeinden zählt, muss das beachten – sonst ist die Rechnung richtig, die Aussage aber falsch.

Für jedes Attribut ist ein Datentyp festgelegt. In einwohner stehen ganze Zahlen (INTEGER), in flaeche_km2 Kommazahlen (REAL), in name Texte (TEXT). Die Datenbank kann deshalb mit Einwohnerzahlen rechnen und sie der Größe nach ordnen.

Damit man einen Datensatz sicher wiederfindet, braucht jede Tabelle einen Primärschlüssel. Der Name eignet sich nicht: 11 Gemeinden heißen „Neuenkirchen“ – zwei davon sogar im selben Kreis. Der amtliche Gemeindeschlüssel ags ist dagegen für jede Gemeinde verschieden. Er besteht aus Ziffern, wird aber als TEXT gespeichert: Er beginnt bei Schleswig-Holstein mit 0, und mit ihm wird nie gerechnet.

Merksatz: Datensatz = Zeile, Attribut = Spalte, Attributwert = Eintrag. Der Primärschlüssel macht jeden Datensatz eindeutig.

Beispiel an einem anderen Fall

Gleiche Gemeindenamen im Verzeichnis:

Alle Datensätze mit dem Namen Neuenkirchen – unterscheidbar nur über den Schlüssel ags.
agsnamekreisbundeslandeinwohner
01051075NeuenkirchenDithmarschenSchleswig-Holstein937
03251028NeuenkirchenDiepholzNiedersachsen1196
03352038NeuenkirchenCuxhavenNiedersachsen1326
03358017NeuenkirchenHeidekreisNiedersachsen5365
03359033NeuenkirchenStadeNiedersachsen873
03459027NeuenkirchenOsnabrückNiedersachsen4640
05566060NeuenkirchenSteinfurtNordrhein-Westfalen13915
13071108NeuenkirchenMecklenburgische SeenplatteMecklenburg-Vorpommern1116
13073059NeuenkirchenVorpommern-RügenMecklenburg-Vorpommern272
13075101NeuenkirchenVorpommern-GreifswaldMecklenburg-Vorpommern216
13075102NeuenkirchenVorpommern-GreifswaldMecklenburg-Vorpommern2340

Das hältst du fest: die sechs Begriffe, je mit einem Beispiel aus der Tabelle gemeinde.

✎ Auftrag 1allein

1 · Begriffe zuordnen

Datenanfrage · Schülerzeitung

„In unserer nächsten Ausgabe erklären wir, wie eine Datenbanktabelle aufgebaut ist. Kannst du prüfen, ob wir die Fachbegriffe richtig zuordnen?“

Du siehst noch einmal den Auszug mit Dortmund. Ordne jedem Teil der Tabelle den passenden Fachbegriff zu.

Legende: Tabelle gemeinde; Attribute ags, name, bundesland, einwohner, flaeche_km2.

  1. Lies jede Beschreibung und suche die Stelle im Auszug.
  2. Wähle den Fachbegriff aus.
  3. Prüfe. Bei Fehlern: in der Wissensansicht nachlesen und neu wählen.
  4. Begründe danach schriftlich, warum der Name kein Primärschlüssel sein kann.

Das hältst du fest: sechs richtige Zuordnungen und eine Begründung mit Beleg aus den Daten.

Werkzeug: Auswahllisten mit Prüfknopf.

Auszug aus der Tabelle gemeinde
agsnamebundeslandeinwohnerflaeche_km2
05911000BochumNordrhein-Westfalen358676145,66
05913000DortmundNordrhein-Westfalen603462280,71
05914000HagenNordrhein-Westfalen190384160,45

Vergleichskriterien: Nennst du die Bedingung „eindeutig“ und einen Beleg aus den Daten (gleicher Name mehrfach)?

Wissen nachschlagen
Leichterer Einstieg

Beginne mit dem Leichtesten: Was ist eine ganze Zeile, was eine ganze Spalte?

Gestufte Hilfen
  1. Hinweis

    Ein Attributwert ist immer genau ein Eintrag – nicht eine ganze Zeile oder Spalte.

  2. Wortbank und Satzanfänge

    Datensatz – Attribut – Attributwert – eindeutig – kommt mehrfach vor – „Neuenkirchen“

  3. Schritt für Schritt

    Zeile → Datensatz. Spaltenüberschrift → Attribut. Ein Kästchen → Attributwert. Art der Werte (Zahl, Text) → Datentyp. Spalte, die jede Zeile eindeutig macht → Primärschlüssel. Alles zusammen → Tabelle.

✎ Auftrag 2zu zweit oder allein

2 · Kontakte im Handy

Auch die Kontaktliste in deinem Handy ist intern eine Tabelle. Allein zu Hause: Öffne einen Kontakt auf deinem eigenen Handy oder denke dir einen aus.

Legende: Ein Kontakt = ein Datensatz. Mögliche Attribute: Vorname, Nachname, Telefonnummer, Geburtstag …

  1. Nennt drei Attribute eines Kontakts und je einen passenden Datentyp.
  2. Beschreibt einen Datensatz (ausgedacht, keine echten Daten).
  3. Diskutiert: Taugt die Telefonnummer als Primärschlüssel? Was spricht dagegen?

Das hältst du fest: drei Attribute mit Datentyp und ein Urteil zum Primärschlüssel.

Werkzeug: Antwortfeld, danach Vergleich.

Vergleichskriterien: Drei Attribute mit passendem Datentyp? Urteil zur Telefonnummer mit Grund?

Wissen nachschlagen
Leichterer Einstieg

Öffne gedanklich einen Kontakt: Welche Felder siehst du?

Gestufte Hilfen
  1. Hinweis

    Telefonnummern beginnen mit 0 – rechnen will man mit ihnen nicht.

  2. Wortbank und Satzanfänge

    Attribut – TEXT – Datum – eindeutig – teilen sich – wechselt

  3. Schritt für Schritt

    Vorname (TEXT), Telefonnummer (TEXT wegen der führenden 0), Geburtstag (Datum). Gegen die Nummer als Schlüssel: Familien teilen sich Festnetznummern, Nummern wechseln, manche Kontakte haben keine.

✎ Auftrag 3allein

3 · Das SQL-Labor kennenlernen

Datenanfrage · Datenredaktion der Lokalzeitung

„Wir haben das Gemeindeverzeichnis als Datenbank bekommen. Wie viele Einträge hat es, und welche Angaben stehen darin?“

SQL ist die Sprache, mit der man Datenbanken Fragen stellt. Eine solche Frage heißt Abfrage. Das Labor unten schickt deine Abfrage an die Datenbank und zeigt die Ergebnistabelle.

Legende: Tabelle gemeinde mit 10.957 Datensätzen. Im Kasten „Tabellen“ stehen alle Attribute und Datentypen.

  1. Lies die vorbereitete Abfrage. Der Stern * bedeutet „alle Attribute“.
  2. Sage vorher: Wie viele Datensätze wird die Ergebnistabelle haben? Trage deine Zahl ein.
  3. Klicke auf „Ausführen“ (oder Strg + Enter) und vergleiche.
  4. Schreibe auf, was der Stern bewirkt.

Das hältst du fest: Vorhersage, Ergebnis und die Bedeutung von *.

Werkzeug: SQL-Labor: Kasten „Tabellen“, Eingabefeld, Ausführen, Ergebnistabelle (es werden höchstens 200 Datensätze angezeigt).

Tabellen (Attribute und Datentypen)

Tabelle gemeinde

agsTEXTPrimärschlüssel
nameTEXTPflichtfeld
zusatzTEXT
name_amtlichTEXTPflichtfeld
bundeslandTEXTPflichtfeld
kreisTEXTPflichtfeld
gebietsartTEXTPflichtfeld
einwohnerINTEGER
maennlichINTEGER
weiblichINTEGER
flaeche_km2REAL
plz_verwaltungssitzTEXT
laengengradREAL
breitengradREAL
reisegebietTEXT
verstaedterungTEXT

Vergleichskriterien: Stimmen die wichtigen Punkte überein? Fehlt dir etwas, ergänze es in deiner Antwort.

Wissen nachschlagen
Leichterer Einstieg

Ohne Bedingung liefert eine Abfrage alle Datensätze der Tabelle.

Gestufte Hilfen
  1. Hinweis

    Die Zahl der Datensätze steht in der Legende.

  2. Wortbank und Satzanfänge

    alle Attribute – alle Datensätze – Spalten – Zeilen

  3. Schritt für Schritt

    Vorhersage: so viele Datensätze, wie die Tabelle hat. * zeigt alle Attribute in der Reihenfolge der Tabelle.

▣ Wissenallein

Wissen · SELECT … FROM

SELECT

Welche Attribute sollen im Ergebnis stehen? Mehrere werden durch Kommas getrennt.

FROM

Aus welcher Tabelle? Hier: gemeinde.

Reihenfolge

Die Attribute erscheinen im Ergebnis in der Reihenfolge, in der du sie schreibst.

Schreibweise

Schlüsselwörter groß, Namen klein und genau wie im Kasten „Tabellen“. Eine Klausel pro Zeile, am Ende ein Semikolon.

1 · FROM gemeinde→2 · SELECT name, einwohner→Ergebnistabelle

So kannst du dir die Auswertung vorstellen: Erst wird die Tabelle geholt, dann werden die Spalten ausgewählt. (Wie die Datenbank intern arbeitet, kann davon abweichen.)

Der ganze Text zum Nachlesen

Eine Abfrage mit SELECT verändert die Daten nicht. Sie erzeugt eine neue Ergebnistabelle.

SELECT name, einwohner FROM gemeinde; liefert genauso viele Datensätze wie die Tabelle, aber nur zwei Attribute. Das Auswählen von Spalten heißt in der Fachsprache Projektion.

Vorsicht beim Komma: SELECT name einwohner ohne Komma ist kein Fehler für die Datenbank. Sie zeigt dann nur das Attribut name – und schreibt „einwohner“ als Überschrift darüber.

Merksatz: SELECT wählt die Spalten, FROM nennt die Tabelle. Kommas trennen die Attribute.

Beispiel an einem anderen Fall

Handgerechnetes Mini-Beispiel mit drei Datensätzen:

namebundeslandeinwohner
A-StadtHessen5000
B-DorfBayern800
C-HausenBayern1200

SELECT einwohner, name FROM … ergibt drei Datensätze mit zwei Spalten: 5000 | A-Stadt, 800 | B-Dorf, 1200 | C-Hausen.

Das hältst du fest: den Aufbau SELECT … FROM … ; und die Bedeutung des Kommas.

✎ Auftrag 4allein

4 · Vorhersagen, ausführen, verändern

Datenanfrage · Schülervertretung

„Wir planen ein Quiz „Wie groß ist deine Gemeinde?“. Wir brauchen für jeden Eintrag nur den Namen und die Einwohnerzahl. Später soll noch die Fläche dazu.“

Wozu: Quizkarten mit Name, Einwohnerzahl und Fläche

Bevor du die Liste schreibst, untersuchst du, was eine Abfrage mit zwei Attributen liefert.

Legende: Tabelle gemeinde; Attribute name, einwohner, flaeche_km2.

  1. Sage vorher, wie viele Spalten und wie viele Datensätze das Ergebnis hat. Erst dann ausführen.
  2. Untersuche: Vertausche name und einwohner und führe erneut aus. Notiere, was sich ändert und was gleich bleibt.
  3. Verändere im zweiten Labor die Abfrage so, dass zusätzlich die Fläche angezeigt wird. Prüfe.

Das hältst du fest: deine Beobachtung zum Vertauschen und eine geprüfte Abfrage mit drei Attributen.

Werkzeug: SQL-Labor mit Vorhersagefeld; zweites Labor mit Prüfknopf.

Vergleichskriterien: Stimmen die wichtigen Punkte überein? Fehlt dir etwas, ergänze es in deiner Antwort.

Wissen zu SELECT … FROM nachschlagen
Leichterer Einstieg

Zähle die Attribute nach SELECT – so viele Spalten hat das Ergebnis.

Gestufte Hilfen
  1. Hinweis

    Die Reihenfolge der Attribute nach SELECT bestimmt die Reihenfolge der Spalten.

  2. Wortbank und Satzanfänge

    Spaltenreihenfolge – gleiche Datensätze – Komma – flaeche_km2

  3. Schritt für Schritt

    Vorhersage: 2 Spalten, so viele Datensätze wie die Tabelle. Vertauscht: andere Spaltenreihenfolge, gleiche Daten. Erweitert: SELECT name, einwohner, flaeche_km2 FROM gemeinde;

✎ Auftrag 5allein

5 · Selbst schreiben

Drei Datenanfragen sind eingegangen. Jede braucht andere Attribute – genau die und keine weiteren.

Legende: Tabelle gemeinde. Die genauen Attributnamen stehen im Kasten „Tabellen“.

  1. Lies die Anfrage und markiere gedanklich, welche Attribute gebraucht werden. Wird die Zeit knapp: a) und b) zuerst. c) gehört trotzdem dazu – dann machst du sie zu Hause fertig.
  2. Suche die genauen Namen im Kasten „Tabellen“.
  3. Schreibe die Abfrage, führe sie aus, prüfe sie.
  4. Erst nach deinem Prüfversuch die Lösung vergleichen.

Das hältst du fest: drei geprüfte Abfragen (c notfalls zu Hause).

Werkzeug: SQL-Labor mit Prüfknopf. Geprüft wird das ganze Ergebnis; die Spaltenreihenfolge ist frei.

Tabellen (Attribute und Datentypen)

Tabelle gemeinde

agsTEXTPrimärschlüssel
nameTEXTPflichtfeld
zusatzTEXT
name_amtlichTEXTPflichtfeld
bundeslandTEXTPflichtfeld
kreisTEXTPflichtfeld
gebietsartTEXTPflichtfeld
einwohnerINTEGER
maennlichINTEGER
weiblichINTEGER
flaeche_km2REAL
plz_verwaltungssitzTEXT
laengengradREAL
breitengradREAL
reisegebietTEXT
verstaedterungTEXT

a) Für ein Ortsverzeichnis: Name und Bundesland jedes Datensatzes

Datenanfrage · Lena, Klasse 8

„Zu meiner Deutschlandkarte im Erdkunde-Referat gehört ein Ortsverzeichnis. Kannst du mir zu jedem Eintrag den Namen und das Bundesland geben?“

b) Für einen Lieferdienst: Gemeindeschlüssel, Name und Postleitzahl des Verwaltungssitzes

Datenanfrage · Fahrradkurier (Bestellformular)

„In unser Bestellformular kommt eine Auswahlliste. Wir brauchen zu jedem Eintrag des Verzeichnisses – auch zu gemeindefreien Gebieten – den Gemeindeschlüssel, den Namen und die Postleitzahl des Verwaltungssitzes.“

c) Für eine Statistik: amtlicher Name, Kreis und Grad der Verstädterung

Datenanfrage · Lokalzeitung, Ressort Statistik

„Wir vergleichen Stadt und Land. Bitte schick uns den amtlichen Namen, den Kreis und den Grad der Verstädterung.“

Wissen zu SELECT … FROM nachschlagen
Leichterer Einstieg

Beginne mit SELECT, schreibe die Attribute mit Kommas, dann FROM gemeinde;

Gestufte Hilfen
  1. Hinweis

    b) Die Postleitzahl heißt in der Tabelle plz_verwaltungssitz. c) Der amtliche Name heißt name_amtlich.

  2. Wortbank und Satzanfänge

    SELECT – Komma – FROM – gemeinde – name_amtlich – plz_verwaltungssitz – verstaedterung

  3. Schritt für Schritt

    a) SELECT name, bundesland FROM gemeinde; b) SELECT ags, name, plz_verwaltungssitz FROM gemeinde; c) SELECT name_amtlich, kreis, verstaedterung FROM gemeinde;

✎ Auftrag 6allein

6 · Fehler finden

Datenanfrage · Praktikant im Rathaus

„Ich soll Name und Einwohnerzahl aller Einträge des Verzeichnisses herausziehen, einschließlich der gemeindefreien Gebiete. Ich habe es dreimal versucht – und keiner der Versuche klappt richtig. Kannst du sie reparieren?“

Drei Versuche sind schiefgegangen. Nicht jeder Fehler wird gemeldet.

Legende: Ziel jeder Abfrage: Attribute name und einwohner aus der Tabelle gemeinde.

  1. Führe jede Abfrage zuerst unverändert aus und lies die Meldung oder das Ergebnis genau.
  2. Repariere die Abfrage und prüfe sie.
  3. Notiere, welcher Fehler am schwersten zu entdecken war – und warum.

Das hältst du fest: drei reparierte Abfragen und deine Erklärung.

Werkzeug: SQL-Labor mit Prüfknopf.

Versuch 1

Versuch 2

Versuch 3

Vergleichskriterien: Nennst du, dass ein Fehler auch ohne Fehlermeldung möglich ist, und woran man ihn erkennt?

Wissen zu SELECT … FROM nachschlagen
Leichterer Einstieg

Versuch 2 und 3 melden einen Fehler. Versuch 1 nicht – schau dir die Spaltenüberschrift an.

Gestufte Hilfen
  1. Hinweis

    Zähle die Spalten im Ergebnis von Versuch 1.

  2. Wortbank und Satzanfänge

    fehlendes Komma – Tippfehler im Tabellennamen – überflüssiges Komma – Überschrift

  3. Schritt für Schritt

    Versuch 1: Komma zwischen name und einwohner fehlt. Versuch 2: Tabelle heißt gemeinde. Versuch 3: Komma vor FROM entfernen.

◇ Knobelnzusätzlich

Knobeln · Namen, Gebiete, Postleitzahlen

Legende: Attribute name, zusatz, name_amtlich, plz_verwaltungssitz.

  1. Zeige name, zusatz und name_amtlich nebeneinander. Wie hängen die drei zusammen? Was bedeutet NULL in zusatz?
  2. Zeige name, gebietsart und einwohner. Jemand behauptet: „In Deutschland gibt es 10.957 Gemeinden.“ Was stimmt an der Zahl, was an der Aussage nicht?
  3. Hier ist der Datensatz von Dresden:
    Auszug: Dresden
    namebundeslandplz_verwaltungssitz
    DresdenSachsen01067
    Warum ist die Postleitzahl als TEXT gespeichert und nicht als INTEGER? (Wie man einen einzelnen Datensatz selbst heraussucht, lernst du in Block 02.)

Das hältst du fest: drei kurze Erklärungen.

Vergleichskriterien: Stimmen die wichtigen Punkte überein? Fehlt dir etwas, ergänze es in deiner Antwort.

▮ Exitallein

Exit · Allein, ohne Hilfen

Zeige, was du heute kannst – ohne Hilfen und ohne Nachschlagen.

  1. Datenanfrage der Kreisverwaltung: „Für ein Nachschlageverzeichnis brauchen wir Name, Kreis und Einwohnerzahl jedes Eintrags.“ Schreibe die Abfrage und prüfe sie.
  2. Erkläre an einer Gemeinde deiner Wahl, was ein Datensatz und was ein Attributwert ist.
  3. Stufe dich privat ein.

Vergleichskriterien: Stimmen die wichtigen Punkte überein? Fehlt dir etwas, ergänze es in deiner Antwort.

Das hältst du fest: eine geprüfte Abfrage, eine Erklärung, deine Einstufung.

Brücke: Nächstes Mal zeigen wir nicht mehr alle 10.957 Datensätze, sondern nur die, die wir brauchen – mit WHERE.

▣ Nachschlagenzusätzlich

Glossar · Fachbegriffe

Alle Fachbegriffe der Reihe bis zu diesem Block. neu = in diesem Block eingeführt.

Datenbank neu
Dauerhaft gespeicherte, geordnete Sammlung von Daten zu einem Thema, z. B. alle Kurse und Lernenden einer Schule. (B01)
Datenbankmanagementsystem (DBMS) neu
Programm, das eine Datenbank speichert, vor Fehlern schützt und Abfragen beantwortet. Im SQL-Labor arbeitet das DBMS SQLite. (B01)
Datenbanksystem neu
Datenbank und DBMS zusammen. (B01)
Relationale Datenbank neu
Datenbank, deren Daten in Tabellen (Relationen) stehen. Mehrere Tabellen können über Schlüssel miteinander verbunden werden. (B01)
SQL neu
Sprache, mit der man relationalen Datenbanken Fragen stellt (und später auch Daten ändert). (B01)
Tabelle (Relation) neu
Sammlung gleich aufgebauter Datensätze, z. B. die Tabelle gemeinde. (B01)
Datensatz neu
Eine Zeile einer Tabelle: alle Angaben zu genau einem Gegenstand, z. B. zu einer Gemeinde. (B01)
Attribut neu
Eine Spalte einer Tabelle mit festem Namen, z. B. einwohner. (B01)
Attributwert neu
Ein einzelner Eintrag: der Wert eines Attributs in einem Datensatz. (B01)
Datentyp neu
Legt fest, welche Art Wert ein Attribut hat: INTEGER (ganze Zahl), REAL (Kommazahl), TEXT. (B01)
Primärschlüssel neu
Attribut (oder Kombination von Attributen), dessen Wert jeden Datensatz einer Tabelle eindeutig kennzeichnet und nie fehlt, z. B. ags. (B01)
NULL neu
Kein Wert bekannt. NULL ist nicht 0 und nicht leerer Text. (B01)
Abfrage neu
Eine Frage an die Datenbank in SQL. Sie liefert eine Ergebnistabelle und verändert die Daten nicht. (B01)
Projektion neu
Auswahl von Spalten (Attributen) mit SELECT. (B01)

▰ Sichern

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1 · Arbeitsstand sichern„Arbeitsstand sichern“ wählen und die Datei in deinem IServ-Ordner ablegen.
2 · In IServ abgebenDie Datei in der IServ-Aufgabe zu diesem Block hochladen – nach jedem Block.
3 · Prüfen und abmeldenDownloads kontrollieren, dann „Platz freigeben“.

Dateiname: B01_Nachname_Vorname_Arbeitsstand.json